Schwerpunkte

Psychotherapie

Menschen, die Verfolgung, Folter oder Gewalt in Kriegen ausgesetzt waren leiden häufig stark unter den Folgen. Als Asylbewerber*innen und aufgrund meist noch mangelnden Deutschkenntnissen haben die meisten von ihnen nur einen eingeschränkten Zugang zum Krankenversorgungssystem. Im Zentrum ÜBERLEBEN bieten wir daher psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung mit speziell geschulten Dolmetscher*innen in über 40 Sprachen. Die verschiedenen Ausrichtungen unserer Psychotherapeut*innen ermöglichen uns ein breitgefächertes Therapieangebot. Gruppenangebote ergänzen die Einzeltherapien. Bei Bedarf erfolgt in enger Zusammenarbeit parallel allgemeinmedizinische, physiotherapeutische oder psychiatrische medikamentöse Behandlung.

Posttraumatische Beschwerden

Die Mehrzahl der Männer, Frauen, Kinder und Jugendlichen, die schwere oder wiederholte Traumatisierungen durch Menschenhand erlitten haben, leiden unter anhaltenden traumareaktiven psychischen Erkrankungen, wie

  • posttraumatische Belastungsstörungen,
  • depressive Erkrankungen
  • somatoforme Störungen.

Typische Merkmale der posttraumatischen Belastungsstörungen sind sich aufdrängende Erinnerungen an Erlebtes. Die Patient*innen leiden unter Alpträumen, Furcht vor allem, was in irgendeiner Form an das Erlebte erinnert oder an einem Gefühl emotionaler Taubheit. Häufig sind sie in einem andauernden  Zustand vegetativer Übererregtheit.

Notwendigkeit der Psychotherapie

Eine psychotherapeutische Behandlung ist dringend notwendig, da die Betroffenen in wichtigen Lebensfunktionen eingeschränkt sind und unter starkem Leidensdruck stehen. Eine rein medikamentöse Therapie ohne begleitende Psychotherapie hat sich als nicht sinnvoll herausgestellt. Durch Entwurzelung und schwierige Lebensbedingungen im Exil und oft über Jahre unsichere Aufenthaltssituation können die Patient*innen die erlittenen Traumata oft nur schwer bewältigen. Es besteht die Gefahr einer Chronifizierung der posttraumatischen Symptomatik.