Unerwartete Kürzung: Projekt „BBeRuf” endet frühzeitig 

06.05.2026

Unser langjähriges Projekt „BBeRuf“ hat Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund die Möglichkeit gegeben, die Berufsbildungsreife (BBR) nachzuholen und zugleich eine Ausbildung in der Pflege aufzunehmen. Nun wird das Projekt infolge von Mittelkürzungen trotz erheblichem Mangel an Pflegekräften gestrichen – sogar noch früher als ursprünglich geplant.  

„Es war sehr bewegend zu sehen, was für eine Selbstsicherheit die Teilnehmenden am Ende dazugewonnen haben, wenn sie das Abschlusszertifikat und den erworbenen Schulabschluss in der Hand hielten. Für sie ist das vielmehr als nur ein Schulabschluss, es ist ein großes Erfolgserlebnis und gibt ihnen viel Hoffnung für ihre Zukunft“, erklärt Mihriban Bayram, Kurskoordination und Sozialarbeiterin im Projekt BBeRuf.

Umso größer ist die Enttäuschung darüber, dass das Projekt in diesem Sommer ausläuft. Die Entscheidung wird damit begründet, dass der neue Gesetzesentwurf für die Pflegefachassistenzausbildung ab 2027 den jeweiligen Schulen ermöglicht, auch Menschen ohne Schulabschluss aufzunehmen. Auch wenn der Berliner Senat für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege die Arbeit im Rahmen unseres Projekts sehr schätzt, entfällt damit die Notwendigkeit, den Schulabschluss nachzuholen. 

„Unsere Schule betreut und bildet Menschen im Projekt BBeRuf aus, die ohne entsprechende Sprachförderung und Ausbildungsvorbereitung den Sprung in die Pflegefachassistenzausbildung nicht schaffen würden”, erklärt Marco Hahn, Leiter der Berufsfachschule Paulo Freire. „Durch den Wegfall des Projekts bleiben die vorhandenen Potenziale neuzugewanderter Menschen ungenutzt. Aufgrund sprachlicher Defizite und Bildungshürden konnten unsere Schüler:innen an anderen Stellen keine adäquate Schulbildung erhalten. Im Projekt BBeRuf haben wir Teilnehmer:innen mit der Pflegebasisqualifizierung und dem Nachholen des Schulabschlusses nicht nur den Einstieg in die Pflegefachassistenz ermöglicht, sondern ihnen zugleich die Chance gegeben, mit vorhandenem Schulabschluss in eine dreijährige Fachausbildung einzumünden. Es ist somit entscheidend, auch unter neuen Zugangsvoraussetzungen, für die Pflegefachassistenzausbildung niedrigschwellige Zugänge in die Ausbildung zu ermöglichen und den Erwerb von Schulabschlüssen zu fördern, um den Übergang in die dreijährige generalistische Ausbildung zu sichern. Ein Zugang ohne Schulabschluss bleibt eine Einbahnstraße, ist keine ausreichende Antwort auf den bestehenden Fachkräftemangel und kein Beitrag zu mehr Durchlässigkeit in der Pflegeausbildung!“

Ursprünglich hieß es, die Förderung würde noch bis Ende Juli 2026 fortbestehen. Die Angebote und damit verbundene vertragliche Verbindlichkeiten wurden aus diesem Grund bis dahin zeitlich eingeplant. Nun wurde uns jedoch vom Mittelgeber mitgeteilt, dass aufgrund knapper Finanzen des Berliner Senats ein vorzeitiges Maßnahmenende zum 15. Juli erforderlich sein wird. Die Nachricht traf uns sehr unerwartet, denn in den knapp zwei Wochen, die nun ohne Förderung verbleiben, gibt es noch einige Aufgaben, die unbedingt bis Ende Juli abgeschlossen werden müssen. So benötigen beispielsweise die derzeit rund 50 Kursteilnehmer:innen nach den Prüfungen Unterstützung beim Übergang in einen Job oder eine nachfolgende Ausbildung. Das ist ein essenzieller Bestandteil unserer sozialarbeiterischen Unterstützung im Projekt, da für die Teilnehmenden entscheidend ist, wie es für sie nach der Berufsbildungsreife weitergeht.   

Durch das vorzeitige Ende der Förderung entsteht für das Zentrum ÜBERLEBEN ein Kostendefizit von ca. 17.000 Euro. Wir können und wollen dem nicht tatenlos zusehen und bemühen uns aktuell tatkräftig an sämtlichen Stellen, die Mittel zusammenzubekommen, um dieses Defizit zu schließen und suchen nach Möglichkeiten, das Projekt fortzusetzen. Der Schulabschluss und die Vermittlung in Beruf und Ausbildung unserer Teilnehmenden sind zu wichtig, um jetzt aufzugeben.  

„Wir sind unglaublich dankbar für jede Unterstützung, um dieses Ziel zu erreichen! Jeder Betrag hilft, unseren Teilnehmer:innen die vorgesehene Unterstützung zu bieten, die sie verdienen. Spenden Sie heute und ebnen Sie den Weg in Ausbildung und Beruf. Auch über den Kontakt zu potenziellen neuen Förderpartner:innen freuen wir uns natürlich sehr.” – Verena Schoke, Fundraiserin
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