Engagement in bester Familientradition

25.10.2026

Eine vertrauensvolle Verbindung, die sich über Jahrzehnte und Generationen erstreckt – das beschreibt am besten das Verhältnis, das sich zwischen dem Zentrum ÜBERLEBEN und der Familie Rosenberg entwickelt hat. Die selbständige Finanzberaterin Tanja Rosenberg hat unsere Einrichtung über ihren Vater, einen überzeugten Spender, kennengelernt und ist ebenfalls zu einer wichtigen Unterstützerin unserer Arbeit geworden. Im Interview erzählt sie uns mehr darüber, was sie und ihre Familie mit unserer Mission verbindet und wie man sich engagieren kann.

Liebe Tanja, wie hat deine Familie zum Zentrum ÜBERLEBEN gefunden und sich dazu entschlossen, zu spenden?
Mein Vater, Douwe Rosenberg, hat vor etwa 25 Jahren in einer Zeitung einen Artikel über ein psychosoziales Zentrum in Dänemark gelesen, dessen Arbeit ganz ähnlich ist wie die des Zentrum ÜBERLEBEN. Er fand es sehr anregend, wie Menschen mit einem schweren Leidensweg durch psychotherapeutische Traumabehandlung nachhaltig geholfen wird und wollte diese Art von Arbeit gerne unterstützen. Also hat er gezielt recherchiert, ob es so etwas auch in Berlin gibt – und ist so auf das Zentrum ÜBERLEBEN gestoßen, damals hieß es noch Behandlungszentrum für Folteropfer e.V.
Was genau hat ihn an der Arbeit von psychosozialen Zentren besonders überzeugt und dazu bewegt, sie zu unterstützen?
In meiner Familie ist das Verständnis für die Relevanz von Traumabehandlungen sehr eng mit unserer Familiengeschichte verknüpft, da wir auch von Krieg und Verfolgung betroffen waren. Mein Großvater, der mit seiner Familie in den Niederlanden lebte, wurde 1942 von der Gestapo festgenommen, weil davon ausgegangen wurde, dass er jüdischer Abstammung sei. Mein Vater war zu der Zeit ungefähr zwei Jahre alt und es war längere Zeit unklar, ob mein Großvater jemals wieder zurückkommen würde. Nach über einem Jahr ist es dann meiner Großmutter gelungen, seine Freilassung zu bewirken, weil man ihm keine jüdische Herkunft nachweisen konnte. In dem Sinne ging es für unsere Familie zwar besser aus als für viele andere jüdische sowie nicht-jüdische Familien, doch dieses Trauma hat die ganze Familie massiv geprägt. Meine Großmutter entwickelte daraufhin eine posttraumatische Belastungsstörung und wurde mehrmals in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Gleichzeitig wurde in der Familie nicht offen über dieses Trauma gesprochen, eine Aufarbeitung blieb aus.
Siehst du Parallelen zwischen der Situation von geflüchteten Menschen, die heute in Deutschland ankommen und deiner Familiengeschichte?

Definitiv. Damals fand die Verfolgung infolge des Nationalsozialismus in Europa statt. Das, was die Betroffenen durchmachen, die heute aus Syrien, Afghanistan oder anderen Ländern hierher flüchten, ist aber sehr vergleichbar, mit Blick auf die psychischen Belastungen und Traumata. Auch die Auswirkungen, die solche Flucht- und Verfolgungsgeschichten auf die darauffolgenden Generationen hinterlassen, darf man nicht unterschätzen. Umso wichtiger ist es, diese Traumata zu behandeln und sie nicht weiterzugeben. Zum Glück gibt es dafür heute viel mehr psychotherapeutische Angebote als damals, aber die vorhandenen Strukturen sind für den Bedarf immer noch viel zu gering.

In welcher Form unterstützt du das Zentrum ÜBERLEBEN?

Da mein Vater das ZÜ als Spender seit mehr als zwei Jahrzehnten fördert, habe ich schon seit langem Berührungspunkte mit der Einrichtung. Im Laufe der Jahre wurde es mir dann immer mehr ein Anliegen, das ZÜ auch selbst zu unterstützen. Zum Beispiel habe ich an Geburtstagen oder zu meinem Abschied bei meinem früheren Arbeitgeber gesagt, dass ich mir anstelle von Geschenken lieber Spendengutscheine für das ZÜ wünsche. So fing das an. Als ich mich dann als Finanzplanerin selbständig gemacht habe, wurde ich immer wieder in meinem Umfeld angefragt, ob ich nicht so etwas wie einen Finanzworkshop speziell für Frauen anbieten könnte. Also habe ich das im Jahr 2024 auf den Weg gebracht, wollte es aber aufgrund des hohen Aufwands ungern kostenfrei anbieten. Da habe ich mir gedacht, ich verbinde das mit einer Spendenaktion fürs ZÜ, indem ich den Teilnehmerinnen kommuniziere, gerne eine Spende zu hinterlassen und dafür keinen Teilnahmebetrag einzufordern.

Ehrenamtliches Engagement scheint dir und deiner Familie sehr am Herzen zu liegen. Was bedeutet es für dich, sich persönlich für ein Anliegen zu engagieren?

Ich finde das gehört einfach zu einem gelungenen gesellschaftlichen Miteinander dazu, dass man sich auch engagiert. Jeder Mensch kann für sich überlegen, wofür man das gerne tun möchte. Oft hat das – wie bei meiner Familie – einen persönlichen Bezug. Letztlich kriegt man dadurch auch sehr viel zurück: Durch den engen Austausch mit dem Fundraisingteam erhalten wir immer wieder tiefere Einblicke darüber, was unsere Gelder bewirken und erfreuen uns an diesen Entwicklungen. Zu sehen, wie die finanzielle Unterstützung meiner Familie dazu führt, dass mehr traumatisierte geflüchtete Menschen die Behandlung erhalten, die sie benötigen, ist ein sehr erfüllendes Gefühl.

Möglichkeiten zum Engagement

Für alle Fragen rund ums Thema Spenden sind Ihre Ansprechpartnerinnen Verena Schoke und Lena Lindner gern für Sie da. Sie erreichen uns per E-Mail an spendenservice@ueberleben.org oder telefonisch unter 030/303906-28.

Gemeinsam mit unseren Spender:innen können wir viele bedeutende Projekte und Angebote verwirklichen. Hier möchten wir Ihnen einige Möglichkeiten vorstellen, mit denen Sie unsere Arbeit unterstützen können. 

  • Geschenkspenden: Weihnachten, Geburtstage, Hochzeiten – verschenken oder wünschen Sie sich eine Spende zu verschiedensten Anlässen.
  • Events: Sammeln Sie auf Ihrer Veranstaltung Spenden oder informieren Sie die Gäst:innen mit Infomaterialien über unsere Arbeit.
  • Förderspenden: Mit Ihrer Dauerspende helfen Sie uns dabei, schnell und unbürokratisch auf Krisen zu reagieren und unsere vielfältigen Angebote abzusichern.