BNS-Fachtag 2026

Besondere Schutzbedürftigkeit – Zwischen Restriktionen und Möglichkeiten

September 2026

Kurz vor der Berlinwahl haben wir vom Zentrum ÜBERLEBEN als Netzwerkkoordinationsstelle den großen Fachtag des ‚Berliner Netzwerks für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen‘ (BNS) mitorganisiert. Auf der Veranstaltung gab es viele wichtige Impulse und Gespräche darüber, wie eine angemessene Versorgung für traumatisierte geflüchtete Menschen in Zukunft aussehen kann.  

Als Salma AbuSamra den Fachtag mit ihrer Keynote eröffnete, war es ganz still im Saal. Alle lauschten wie gebannt ihrer emotionalen Lebensgeschichte – von der Flucht aus dem Sudan, bis hin zum Ankommen in Deutschland.

„Wenn man neu in einem fremden Land ist, braucht man etwas Zeit, um sich vom Erlebten zu erholen. Die neue Lebenssituation zu verstehen. Gleichzeitig wird man direkt mit ganz viel Bürokratie überhäuft. Das kann sehr hart sein, erstmal das ganze System zu verstehen.“ 

Diese Worte waren ein passender Einstieg in einen Tag voller Austausch und Debatten darüber, wie es gelingen kann, Menschen dabei zu unterstützen, sich so schnell und komplikationsfrei wie möglich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen, und mit Versorgungsstrukturen nach ihren spezifischen Bedarfen. Ungefähr 150 Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung kamen auf dem Fachtag zusammen, um sich einen Tag lang in Vorträgen, Workshops und intensiven Gesprächen mit diesem Schwerpunkt auseinanderzusetzen.

v.l. Andrea Haefner, Katina Schubert, Soltan Akbari, Katharina Senge, Bettina Jarasch und Nicolay Büttner

In einer angeregten Podiumsdiskussion trafen sich dabei außerdem Vertreter:innen aus Politik und Geflüchtetenhilfe, um mit Blick auf die Berlin-Wahl u.a. über die schwierige Unterbringungssituation für geflüchtete Menschen in Berlin zu sprechen. Unserer Einladung folgten Katharina Senge von der Berliner CDU-Fraktion, Bettina Jarasch von den Grünen sowie Katina Schubert von der Linken. Seitens des Zentrum ÜBERLEBEN nahm Nicolay Büttner, BNS-Netzwerkkoordinator, an der Diskussion teil sowie Andrea Haefner, BNS-Referentin für Projektentwicklung und Advocacy, als Moderatorin. Mit Soltan Akbari war außerdem auch der Flüchtlingsrat Berlin als wichtige lokale Interessenvertretung geflüchteter Menschen bei der Debatte vertreten.

„Großunterkünfte können nie bedarfsgerecht für vulnerable Personen sein. Was wir in Unterkünften unter anderem brauchen, sind Beauftragte für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen, um Bedarfe auch während der Unterbringung erkennen zu können und die Menschen angemessen und vor allem bedarfsgerecht unterzubringen“, so Nicolay Büttner während der Diskussion.

Eindrücke aus einem der Workshops

Einen großen Konsens konnten am Ende alle Anwesenden finden: Austauschmöglichkeiten und Diskussionen sind wertvoll. Entscheidend ist, trotz unterschiedlicher Lösungsansätze, im Gespräch zu bleiben und nicht aufzuhören, gemeinsam Zukunft zu gestalten. Denn zivilgesellschaftliche Organisationen tragen eine wichtige Verantwortung. Sie geben der Politik Impulse, um die Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger geflüchteter Menschen sichtbar zu machen und zu stärken. Der Fachtag leistet hier einen sehr wichtigen Beitrag, um die passende Plattform zu schaffen.

Wir danken allen Unterstützer:innen und Förder:innen, die mit uns gemeinsam diesen Fachtag ermöglicht haben!