Therapie in Zeiten von Corona

Campingstühle, Wolldecken und Eiskristalle

Unsere psychologische Psychotherapeutin Hannah Krunke hat bereits im letzten Sommer darüber berichtet, wie unsere ambulante Abteilung für Erwachsene die Therapiesituation an die coronabedingten Regelungen angepasst hat. Hannah Krunke hat uns nun ein Winter-Update gegeben und gewährt ganz nahe Einblicke darin, was es bedeutet, die Arbeit kontinuierlich den Jahreszeiten anzupassen und auch während Eiseskälte Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Soviel kann an dieser Stelle verraten werden – auch wärmende Decken spielen dabei eine zentrale Rolle… 

„Es war ziemlich kalt! Auch bei uns im Zentrum ÜBERLEBEN. Seit nun fast einem Jahr bewältigen wir täglich die zusätzlichen Herausforderungen, die die Corona-Pandemie für unseren Arbeitsalltag mitbringt. Das betrifft uns als gesamtes Team, die einzelnen Abteilungen, jede*n von uns ganz individuell aber natürlich auch, ganz vordergründig, unsere Klient*innen und Patient*innen. In der ambulanten Abteilung für Erwachsene bemühen wir uns seither unser Angebot aufrecht zu erhalten, uns immer wieder neu anzupassen und für unsere Patient*innen da zu sein.

Viele unserer Patient*innen sind gesundheitlich vorbelastet und/ oder leben in Sammelunterkünften, in denen Schutzmaßnahmen nur bedingt eingehalten werden können. Deshalb nehmen wir den Schutz von unseren Patient*innen und uns selbst sehr ernst.

Im vergangenen Frühjahr sind wir zunächst auf Telefontherapien umgestiegen, soweit dies angesichts vieler technischer Probleme möglich war. Deshalb waren wir froh, als es bei steigenden Temperaturen möglich war, uns mit Campingstühlen auszurüsten und ambulante Psychotherapien und Beratungen mit Abstand draußen im Garten durchzuführen. Dadurch waren wir viel damit beschäftigt, zwischen unseren Büros im 3. Stock und unseren „Gartenbüros“ hin- und herzuspringen. Trotz eingeschränkter Privatsphäre im Garten, haben wir uns sehr bemüht einen sicheren und vertrauensvollen Raum herzustellen, in dem belastende Inhalte thematisiert oder wichtige Anliegen besprochen werden können. Als es wieder kühler wurde, haben wir uns im Herbst mit Decken ausgestattet und unsere Gesprächssituationen bei plötzlichen Regeneinbrüchen unter Vordächer und Pavillons verlegt.

Seit Winterbeginn führen wir die Termine, unter Einhaltung der Abstandsregeln, mit Maske und regelmäßigem Lüften, wieder in unseren Räumen durch. Angesichts der hohen Inzidenz-Zahlen waren wir zum Jahresbeginn wieder zu Telefongesprächen zurückgekehrt. Für viele Patient*innen ist es jedoch nicht machbar im Wohnheim oder in der Wohnung einen Ort zu finden, in dem ein geschütztes Gespräch möglich ist. Für andere hat die Symptomatik, auch unter Verlust der Alltagsstruktur, so zugenommen, dass persönliche Termine notwendig und wichtig sind, sodass immer mehr Menschen wieder zu uns ins Zentrum ÜBERLEBEN kamen.

Nach unserem Eindruck sind viele unserer Patient*innen froh über die persönlichen Begegnungen vor Ort. Auch die sehr kalten Wintertage, bei -15 Grad, Schnee und Eiskristallen am Fenster, hielten sie nicht davon ab, oft weite Fahrtwege auf sich zu nehmen. Im Gesprächssetting mit Patient*in, Sprachmittelndem und Psychotherapeut*in oder Sozialarbeiter*in zogen wir uns also warm an und statteten uns mit Decken aus, damit wir weiterhin den persönlichen Kontakt, unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen (in diesem Fall: Lüften trotz Eiseskälte), aufrechterhalten konnten.

Mit dem Frühlingsbeginn erleichtert sich die Situation etwas. Wir freuen uns schon darauf, unsere Campingstühle zu schnappen und unsere Therapiegespräche und Beratungen wieder im Gartenbüro führen zu können. Uns ist neben der Sicherheit aller das Wichtigste, dass unsere Patient*innen trotz aller Maßnahmen spüren, dass wir zuverlässig für sie da sind.“

– Hannah Krunke

Die Jahreszeiten ziehen vorüber, die Coronakrise befindet sich im Wandel. Egal ob bei brütender Hitze oder klirrender Kälte, wir wollen unseren Patient*innen die therapeutischen und sozialarbeiterischen Angebote ermöglichen, die sie benötigen. Mit Ihrer Unterstützung können wir unsere digitale Infrastruktur weiter ausbauen, um für alle, die nicht ins Zentrum ÜBERLEBEN kommen können, Telefonate und Videotermine anbieten zu können. Dank Ihrer Spenden können wir uns außerdem auch kurzfristig mit ausreichend Masken, Decken und Gartenstühlen ausstatten, um die notwendigen Termine vor Ort stattfinden zu lassen. Sie helfen uns, dass wir stets auf die aktuelle Lage reagieren und immer für unsere Patient*innen da sein können.

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