Zü begrüßt neues Aufnahmeprogramm für Afghan:innen

Die Bundesregierung kündigt ein neues humanitäres Aufnahmeprogramm für Menschen aus Afghanistan an, das sich auch, aber nicht nur, an ehemalige Ortskräfte richtet. Denn darüber hinaus sollen auch besonders gefährdete Menschen, die z.B. aufgrund ihres Geschlechts oder Geschlechtsidentität Gewalt und Verfolgung erleben, in das Kontingent von 1000 Personen monatlich eingeschlossen werden.

Das Zentrum ÜBERLEBEN begrüßt die Einrichtung des Aufnahmeprogramms, insbesondere die Berücksichtigung besonders vulnerabler Gruppen. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass in Deutschland endlich die Strukturen für eine sofortige und verlässliche psychosoziale Versorgung der Menschen, die unter psychischen Folgen der jahrelangen Unterdrückung leiden, geschaffen und gestärkt werden. Dazu zählt auch die Stärkung der psychosozialen Zentren, deren Expertise in der Behandlung und Begleitung traumatisierter Geflüchteter über Jahrzehnte gewachsen ist.

Bereits jetzt nehmen wir im ZÜ zu rund einem Drittel Patient:innen auf, die bei niedergelassenen Therapeut:innen, in Krankenhäusern oder ambulanten Stationen nicht adäquat versorgt werden können. Hier fehlt es häufig an Sprachmittlung und begleitender Sozialarbeit. Trotz des existenziellen Beitrags der PSZ stehen viele Projekte und Angebote der Zentren regelmäßig vor dem Aus, da die Finanzierung nicht regelhaft und häufig projektbasiert auf eine Dauer von ein bis zwei Jahren angelegt ist.

Mit dem inzwischen seit Monaten zu verzeichnenden Anstieg der Asylzahlen, der Einrichtung zusätzlicher und dringend notwendiger Aufnahmeprogramme und dem damit verbundenen Anstieg der Bedarfe im Bereich der psychosozialen Versorgung muss deshalb auch eine langfristige strukturelle Förderung der Hilfsstrukturen einhergehen.