Jin, Jiyan, Azadî – Frauen, Leben, Freiheit

Seit Wochen gehen im Iran mutige Menschen – vor allem Frauen und Angehörige unterdrückter Bevölkerungsgruppen – trotz der Gewalt des Regimes auf die Straße und fordern lautstark das Ende der Mullah-Herrschaft. Sie kämpfen für ein selbstbestimmtes, freieres Leben und hoffen auf die Unterstützung westlicher Länder.

Wir sehen und hören den Ruf dieser Menschen und sind solidarisch mit denen, die sich für ein Leben ohne staatliche Unterdrückung und Gewalt einsetzen – teilweise unter Einsatz ihres Lebens.

Seit vielen Jahren zählt der Iran neben Syrien, Afghanistan und dem Irak zu den Herkunftsländern, aus denen die meisten unserer Patient:innen stammen. Ihre Berichte handeln von Folter, Verfolgung, Unterdrückung und Gewalt. Was das Regime den Menschen antut, die sich für Freiheit und individuelle Rechte einsetzen, ist kaum in Worte zu fassen. Unzählige engagierte Kritiker:innen landen in Gefängnissen, häufig in Einzelhaft, sind über Monate und Jahre systematischer physischer und psychischer Folter ausgesetzt. Viele verlieren Freunde und Familienmitglieder durch Gewalt und Verschleppungen. Im Iran gehört staatlich organisierte Folter zum System.

All das hören wir von iranischen Patient:innen und wir wissen, dass sie das Geschehene nie wieder loslässt. Die Erinnerungen an die traumatischen Erlebnisse, das Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit begleitet die Überlebenden ein Leben lang. Es macht sie zu seelisch und körperlich schwer verletzten Menschen, die ihrer Heimat für immer den Rücken kehren müssen. Selbst hier in Deutschland leben sie in ständiger Angst vor dem iranischen Regime und seinen Handlangern.

Das Zentrum ÜBERLEBEN setzt sich seit seiner Gründung vor über 30 Jahren für die Rehabilitation und Anerkennung der Überlebenden von Folter und Kriegsgewalt ein. Unser Handeln beruht auf der Überzeugung, dass die Menschen- und Freiheitsrechte die Lebensgrundlage aller Menschen bilden sollten. Folter zerstört nicht nur den Körper, sie zerstört den Menschen in seiner Würde, sie zerstört seine Hoffnung und seine Zukunft. Wir helfen diesen Menschen dabei, sich vorsichtig ins Leben zurück zu kämpfen und sich neue Perspektiven zu erschaffen. Wir sind deshalb solidarisch mit allen Menschen, die sich für ein Ende von Gewalt, Folter und Unterdrückung einsetzen – im Iran und weltweit.