///#MenschenimZÜ – Innovation durch Forschung

Das Zentrum ÜBERLEBEN hat sich in 25 Jahren zu einer Institution mit über 100 Festangestellten und ebenso vielen Honorarkräften entwickelt. Doch wer steckt eigentlich hinter der therapeutischen, sozialen, wissenschaftlichen und administrativen Arbeit? In unserer Serie stellen wir Menschen vor, die das Zentrum auf ihre Weise prägen. (©Foto: Zentrum ÜBERLEBEN)

Newsletter 2/2018 – #MenschenimZÜ Teil 2

Innovation durch Forschung

Die Forschung auf dem Gebiet der Traumatherapie für Überlebende von Krieg und Folter voran zu bringen, ist ein großes Anliegen des ZÜ. In Kooperation mit der FU Berlin begleitet und evaluiert die Forschungsabteilung die therapeutische Arbeit des Zentrums. Zudem ist die Abteilung international in Forschungsprojekten tätig. Wir stellen die Abteilungsleiterinnen Dr. Maria Böttche und Dr. Nadine Stammel vor.

Warum ist Forschung für die Arbeit des ZÜ so wichtig?

MB: Im humanitären Bereich ist die Forschung unterrepräsentiert, dabei ist sie besonders hilfreich. Um Angebote zu entwickeln, die die Menschen wirklich brauchen, müssen wir Ideen und Hilfsansätze mit wissenschaftlichen Fakten unterlegen.

NSt: Wir können hier eine praxisorientierte Forschung nahe an den Betroffenen betreiben, was ein großer Vorteil ist und direkte Evaluationsmöglichkeiten bietet. Außerdem können wir, aus der praktischen Arbeit heraus, ergänzende Angebote entwickeln und evaluieren, beispielsweise eine Schmerztherapie.

Gibt es Punkte, an denen wissenschaftliche Theorie und therapeutische Praxis auseinanderdriften?

NSt: Das Zentrum ist in erster Linie eine Behandlungseinrichtung. Wir forschen daher nicht unter Laborbedingungen sondern betreiben eher Feldforschung. Ich sehe darin kein Dilemma, wir sind dadurch sehr realitätsnah.

MB: Der Mehrwert liegt vor allem auch darin, dass ähnliche Organisationen von unseren Ergebnissen profitieren.

Sie sind beide Psychologinnen. Wie kam es bei Ihnen persönlich zur Spezialisierung auf den Forschungsbereich der Traumatherapie?

NSt: Zu meiner Studienzeit war das tatsächlich ein Randthema. Für mich war der übergeordnete Aspekt der humanitären Hilfe aber immer sehr reizvoll. Insbesondere im Rahmen unserer internationalen Projekte bewegen wir uns an der Schnittstelle von gesellschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Arbeit.

MB: Es ist immer wieder eine tolle Herausforderung unter praktischen Voraussetzungen zu forschen. Zudem ist die Verbindung von Politik, Forschung und Psychologie für mich persönlich sehr sinnstiftend. Wir merken auch, dass „unsere“ Themen seit einigen Jahren besser in der Fachwelt angenommen werden.

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