Abgeschlossenes Projekt

PROTECT-ABLE

Mit „Process of Recognation and Orientation of Torture Victims in European Countries to facilitate Care and Treatment“ (PROTECT-ABLE) wird die Arbeit des transnationalen Projekts PROTECT aus den Jahren 2010 bis 2012 fortgesetzt. Der im Vorläuferprojekt entwickelte PROTECT-Questionnaire ist ein Kurzfragebogen zur Identifikation von Flüchtlingen, die möglicherweise unter einer psychischen Krankheit in der Folge von traumatischen Erfahrungen leiden. Im laufenden Projekt PROTECT-ABLE soll dieses Instrument bekannt gemacht und in die Praxis der Aufnahme von Asylbewerber*innen in den Mitgliedstaaten der EU etabliert werden.

Damit soll den Forderungen der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27.01.2003 zur Festlegung von Mindestnormen für die Aufnahme von Asylbewerber*innen in den Mitgliedstaaten Rechnung getragen und deren praktische Umsetzung vorangetrieben werden. Insbesondere in den Artikeln 17 und 20 der Richtlinie ist festgeschrieben, dass die Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger Personen, darunter Menschen, die schwere Formen von Gewalt erlitten haben, besonders berücksichtigt werden müssen. Sie haben ein Recht auf angepasste materielle Aufnahmebedingungen und medizinische bzw. psychologische Behandlung.

Dies setzt freilich voraus, dass die Betroffenen erkannt, für ihre Situation sensibilisiert und über ihre Rechte aufgeklärt werden. Vor diesem Hintergrund wurde der PROTECT-Frageboben als pragmatisch gehaltenes Screening-Instrument konzipiert, um Routinen der Früherkennung leichter in die Beratungspraxis integrieren zu können.

Information, Fortbildung und Schulung

Angebote an Kooperationspartner:
PROTECT-ABLE verfolgt das Ziel, mit dem PROTECT-Fragebogen (Download im Infokasten rechts) die  systematische Früherkennung psychisch traumatisierter Flüchtlinge im Asylverfahren zu verbessern.

Wir bieten kostenfreie Informationveranstaltungen, Fortbildungen und Schulungen zum Einsatz des PROTECT-Fragebogens und zum juristischen wie psychologischen Kontext der Früherkennung traumatisierter Asylbewerber/innen an. In Verbindung mit unseren regionalen Projekten Berliner Netzwerk für schutzbedürftige Flüchtlinge (BNS II) und Kooperation für Flüchtlinge in Brandenburg (KFB) streben wir Kooperationen an, um Verfahren und Routinen zur umfassenden Früherkennung schutzbedürftiger Flüchtlinge in der Praxis zu etablieren und zu evaluieren.

Im Rahmen von PROTECT-ABLE sollen auch Daten zur Verbreitung psychischer Traumatisierung unter Flüchtlingen gesammelt werden, um weitere Informationen über den Versorgungsbedarf zu erhalten und für Lobby-Arbeit nutzen zu können.

Laufzeit und Förderung

01.092012 bis 28.02.2014

Europäischer Flüchtlingsfonds (ERF)
European Refugee Fund Community Actions 2011

Projektpartner

ACCEM (Spanien)
CIR (Italien)
France Terre d’Asile (Frankreich)
Freedom from Torture – Medical Foundation for the care of Victims of Torture (Großbritanien)
Międzynarodowa Inicjatywa Humanitarna – IHIF (Polen)
Odysseus Academic Network (Belgien)
Parcours d’Exil (Frankreich, Antragsteller)
CORDELIA Foundation for the Rehabilitation of Torture Victims (Ungarn)
Assistance Centre for Torture Survivors- ACET (Bulgarien)
Swedish Red Cross – SRC (Schweden)
International Rehabilitation Council for Torture Victims – IRCT (Dänemark, assoziierter Partner)
Pharos (Niederlande, assoziierter Partner)

Informationen

Website von PROTECT-ABLE
Das Vorgänger-Projekt PROTECT finden Sie hier.

Material

  • PROTECT Abschlussbericht (PDF)
  • PROTECT Final Report (PDF)
  • Screening zur Feststellung der besonderen Schutzbedürftigkeit traumatisierter Asylbewerber/innen Einflussgrößen und Umsetzung am Beispiel des PROTECT Fragebogens (PQ) (PDF)
  • PROTECT-Fragebogen zur Früherkennung psychischer Traumatisierung bei Flüchtlingen**
    > Fragebogen dt_albanisch(PDF)
    > Fragebogen dt_deutsch (PDF)
    > Fragebogen dt_englisch (PDF)
    > Fragebogen dt_polnisch (PDF)
    > Fragebogen dt_russisch (PDF)
    > Fragebogen dt_serbokroatisch (PDF)
    > Fragebogen_dt_arabisch (PDF)
    > Fragebogen_dt_farsi+dari (PDF)

*Der PROTECT-Fragebogen ist Eigentum der sieben Partnerorganisationen. Die korrekte Anwendung des Fragebogens erfordert ein spezielles Training. Hier finden Sie die Basisinformationen zum Einsatz des PROTECT-Fragenbogens (PDF). Bitte kontaktieren Sie eine der unten stehenden Partnerorganisationen, wenn Sie den Fragebogen einsetzen möchten. Danke.

* Der PROTECT-Fragebogen kann und soll auch zur anonymisierten Sammlung von Daten über die Verbreitung psychischer Belastungen bei Flüchtlingen eingesetzt werden. Genauere Informationen dazu finden Sie hier: PDF. Das benötigte Excel-Tabellendokument können Sie hier anfordern: b.friele@ueberleben.org

Kontakt

Dr. Boris Friele, Psychologe

Nadja Saborowski
Juristin, Projektkoordination

2017-10-09T14:25:21+00:00