Projektwoche an der Berufsfachschule Paulo Freire

Unsere Berufsfachschule Paulo Freire im ZÜ ist Mitglied im Courage-Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Als multikulturelle Schule versuchen wir dem Titel in vielen Bereichen gerecht zu werden. Im Zuge dessen haben wir eine „Schule ohne Rassismus“-Projektwoche veranstaltet.

Vom 29. Oktober bis 1. November 2019 haben sich die Schüler*innen unserer Berufsfachschule in sechs Workshops unterschiedlichen Themen angenommen und in der Gruppe Gedanken und Ideen erarbeitet.

Im Workshop zum Thema Antisemitismus gingen unsere Schüler*innen der Frage nach, warum Antisemitismus nicht nur Menschen mit jüdischem Glauben etwas angeht und was die lange Geschichte der Feindschaft gegenüber Jüd*innen mit Gewalttaten wie dem kürzlichen Anschlag auf eine Synagoge in Halle zu tun hat.

In einem zweiten Workshop ging es um Geschlechterrollen, Körperbilder und den Einfluss von Gesellschaft und Religion auf geschlechtsspezifische Diskriminierung. Anhand des Dokumentarfilms #FEMALEPLEASURE haben unsere Schüler*innen die oben genannten Aspekte diskutiert und gemeinsam überlegt, wie Gleichberechtigung aktiv mitgestaltet werden kann.

In einer Geschichtswerkstatt konnten sich unsere Schüler*innen dem Zusammenhang von Rassismus mit Kolonialismus kreativ annähern. Wie hängt Rassismus mit Kolonialismus zusammen? Und wie positioniere ich mich antirassistisch? Mittels kreativer Schreib- und Performanceübungen entwickelten die Schüler*innen ein Medium, ihre Ideen und Gedanken festzuhalten.

Ebenso kreativ ging es im Theater X-Workshop zu Kolonialismus und Rassismus weiter. In diesem Workshop haben sich die Schüler*innen das Mittel des Theaters zu Nutze gemacht, um sich mit Kolonialismus und Rassismus zu beschäftigen und darüber auszutauschen, welche Wege eingeschlagen werden können, sich dagegen zu wehren. Betreut wurde der Workshop vom Club Al Hakawati, einer selbstorganisierten Gruppe aus geflüchtete und nicht-geflüchteter Menschen am Theater X.

Der letzte der sechs Workshops wurde von der „Lebenshilfe“ begleitet. Unsere Schüler*innen haben beim Siebdruck in der Siebdruckwerkstatt der Lebenshilfe sowie einer Ausstellung in der Berlinischen Galerie die Arbeit der Lebenshilfe kennengelernt. Diskutiert wurde die Frage, wie wir gesellschaftliche Inklusion leben können.

Einen herzlichen Dank allen Referent*innen, die uns bei den Workshops unterstützt haben. Wir blicken auf eine erkenntnisreiche und spannende Projektwoche zurück und freuen uns, weiterhin ein tolerantes und offenes Miteinander an unserer Berufsfachschule Paulo Freire zu leben.

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Foto: Zentrum ÜBERLEBEN